Der Wiederbeginn bis zum Jubiläumsjahr 2002

Kurz vor der Besetzung der Stadt durch das französische Militär wurden vor dem katholischen Pfarramt in der Karlstraße von Unbekannten aus einem vorbeifahrenden Auto beschädigte Blechblasinstrumente abgelegt. Diese wurden vom damaligen Pfarrer Held im Pfarrhaus verwahrt und am 21.09.1945 vom Stadtbaumeister Gansler abgeholt und in der „Käferschen Scheuer“ (derzeit Sparkasse, ehemals Kronecenter) eingelagert.
Im Juli 1946 wurde der ehemalige Militärmusiker Rudolf Wenghöfer von Bürgermeister Meßmer beauftragt sich um die Wiedergründung der Stadtmusik zu kümmern. Leider war die Zeit für einen Neubeginn noch nicht gekommen, es kam noch nicht zu einem Neuanfang.
Auf vielfachen Wunsch der Bevölkerung in Donaueschingen wieder eine Blaskapelle zu gründen organisierte Karl Weber einen ersten Besprechungstermin. Dieser fand am Donnerstag, den 30. Dezember 1948 im Nebenzimmer des Gasthauses „Bürgerstüble“ statt.
Auf dieser Versammlung wurde ein Antrag auf Gründung eines Blasorchesters an Bürgermeister Meßmer formuliert, mit der Bitte diesen an die Militärregierung weiterzuleiten. Im Bürgerstüble fanden sich Interessierte, überwiegend ehemalige Stadt- und Militärmusiker ein. Am 6. Januar 1949 fand dann wiederum im Bürgerstüble die Gründungsversammlung statt. Von den 12 anwesenden Musikern wurde zum Vorsitzenden des „Blasorchesters Donaueschingen“ Karl Weber gewählt, zum Schriftführer Hans Steup und zum Kassierer Emil Weber. Als Dirigent wählte die Versammlung Robert Schulze, der schon lange Jahre stellvertretender Dirigent der Stadtkapelle war.
Die erste Probe wurde auf Freitag, den 7. Januar 1949 festgesetzt.
Als Proberaum diente das Haus der ehemaligen technischen Nothilfe hinter der Sebastianskapelle. Das Instrumentarium setzte sich aus Restbeständen der alten Stadtmusik und aus Privatbesitz zusammen. Es wurde vereinbart, bei der Einwohnerschaft zur Anschaffung von Instrumenten und Noten eine Sammlung durchzuführen. Diese wurde vom Landratsamt und dem Ministerium genehmigt und erbrachte einen Betrag von 930.- DM.
Bereits am 19. Januar 1949 erging die erste schriftlich Anfrage von Stadtpfarrer Held ein, ob die Kapelle am Sonntag, den 27. März bei der Primiz von Hans Brem und am Sonntag, den 24. April bei der Erstkommunionsfeuer in der Stadtkirche mitwirken könnte. Beide Termine wurden zugesagt.
Am 17. April 1949 veranstaltete die Stadtmusik von 11 – 12 Uhr vor dem Rathaus ihr erstes Platzkonzert. Am Abend des gleichen Tages fand im Gasthaus Hirschen in Oberbaldingen von 19 – 23.30 Uhr ein Unterhaltungskonzert statt. Beide Veranstaltungen mussten vom Landratsamt genehmigt werden. Mit Schreiben vom 18. Februar 1949 wurde von der französischen Militärregierung die Gründung des Blasorchesters Donaueschingen offiziell genehmigt und unter der Nummer 806 registriert.
Am 14. März zählte die Kapelle bereits 24 Mitglieder. Allerdings hatten davon nur 21 Mann ein Instrument. Es fehlten eine Tuba, ein Bariton und ein Tenorhorn. Laut Angebot des Musikhauses Kanitz sollten diese 3 Instrumente 1.615.- DM kosten.
Am 28. März 1949 stellte der Gemeinderat dem Blasorchester Donaueschingen 1000.- DM für die Anschaffung der fehlenden Instrumente zu Verfügung.
Am Pfingstmontag spielte die Stadtmusik in der Festhalle für die Arbeiter – Wohlfahrt an einem Kinderfest und abends zum Tanz auf.
Eines der ersten Bilder nach der Wiedergründung zeigt die Stadtkapelle an der Kommunion 1950 beim Marsch vom Karlsplatz zur Stadtkirche.
Mit Wirkung vom 9. Juni 1949 wird das Blasorchester Donaueschingen von der Stadt innerhalb eines schriftlichen Vertrags vom 8. Juli 1949 offiziell als „Stadtmusik“ anerkannt. Für den Dirigenten wurde eine monatliche Vergütung von 100.- DM vereinbart. Jeder Musiker erhielt 1,20 DM pro Musikprobe.
Für das Jahr 1949 sind insgesamt 13 Auftritte dokumentiert. So spielte die Stadtmusik mehrere Promenadenkonzerte im Schlosspark, beim „Gregori“ und verschiedenen kirchlichen Festen wie z.B. beim Katholikentag am 31. Juli im Schlosshof. Beim Martinitanz der Narrenzunft spielte die Stadtmusik zum Tanz auf.
Februar 1950 folgte eine Schallplattenaufnahme des Donaueschinger Narrenmarsches im Museum und zwei Rundfunkaufnahmen mit dem Narrenmarsch im Museum. Im Mai nahm die Stadtmusik beim 1. Verbandsmusikfest des Volksmusikverbandes Schwarzwald - Baar in Villingen beim Wertungsspiel teil und erreichte in der Oberstufe die Wertung „vorzüglich“.
Robert Schulze übernahm neben seiner Tätigkeit als Dirigent von Karl Weber das Amt des Vorsitzenden. Am 16. September wurde im Gasthaus Hirschen der erste „Familienabend“ (Kameradschaftsabend) abgehalten. Der Familienabend findet auch heute noch statt, immer im Januar.
Die Stadtkapelle am 125 - jährigen Jubiläum 1952
Hintere Reihe von links: Happle M., Happle O., Gburek P., Satzki, Huber, Haberer, Wiehl W., Häcker, Föhrenbach, Gburek Erdm., Wenghöfer. Mittlere Reihe von links: Wintermantel, Heizelmann, Bock, Kirsch, Wöhrle, Gburek Eberh., Fottner, Küblbeck, Sulzmann, Ley, Hepting, Müller. Sitzend von links: Catterfeld, Bohlig, Raus J., Wiehl H., Schulze (Dirigent), Holwegler, Albicker, Seidler, Raus K., Weber E.

Im Januar 1951 befinden sich bereits 20 Zöglinge in der Ausbildung. Am 6. April 1951 findet im Gasthaus Traube (heute Südkurier) die erste richtige Jahreshauptversammlung nach dem Krieg statt.
Im Frühjahr 1952 wird Oskar Happle zum Vorsitzenden der Stadtkapelle gewählt. Diese Funktion übt er 22 Jahre aus. Vom 7. bis 8. Juni 1952 führt die Stadtkapelle aus Anlass ihres 125 – jährigen Bestehens das 2. Verbandsmusikfest mit Wertungsspiel durch. Am Fest nahmen 35 Gastkapellen teil. Zum Musikverein „Harmonie Oberwinterthur Schweiz“ besteht seither eine freundschaftliche Verbindung. 10000 Zuschauer besuchten das Fest. Die Stromkosten für die gesamte Veranstaltung betrugen damals 30.- DM. Da die Stadtkapelle noch keine Uniformen hatte, wurden für das Jubiläum blaue Schirmmützen angeschafft und weißer Leinenstoff für einheitliche Jacken. Jeder Musiker musste dann bei einem Schneider für sich eine Jacke anfertigen lassen.

1953 nimmt die Kapelle am 1. Badischen Bundesmusikfest in Singen teil. Am 8. November 1953 erhält die Stadtkapelle ihre erste richtige Uniform. Dies wird im Rahmen eines Doppelkonzertes mit der Harmonie Oberwinterthur in der Stadthalle gefeiert.
Die Stadtkapelle beim Platzkonzert während des Bundesmusikfestes in Singen
Am 29. Juni 1954 umrahmt die Stadtkapelle die Hochzeitsfeierlichkeiten I.D. Prinzessin Netti zu Fürstenberg, der Schwester des heutigen Fürsten Joachim.
Im Januar 1955 verfügt die Kapelle über 31 Aktive. Wie schon beim 200 – jährigen Jubiläum des Fürstenberg – Brauerei spielt die Stadtmusik am 10. September beim 250 – jährigen Bestehen des Brauhauses. Im Jahr 1955 trat die Kapelle 43-mal auf und hielt 101 Proben ab.
Am 6. Oktober 1956 spielt die Stadtmusik bei der Rundfunksendung „mit Volksmusik ins Land hinaus, Treffpunkt Donaueschingen“ des Süddeutschen Rundfunks.
Am 6. Februar 1957 wird Rudolf Wenghöfer zum neuen Dirigenten der Stadtkapelle gewählt. Wenghöfer leitet die Stadtmusik bis September 1973. S.D. Prinz Max, S.D. Joachim Erbprinz zu Fürstenberg und die Sparkasse Donaueschingen stiften ein Paar Kesselpauken. Die Stadtmusik zählt 34 Aktive und 16 Zöglinge.
In der letzten Februarwoche 1958 bezieht die Stadtkapelle ihr neues Probelokal, die „Käfersche Scheuer“ hinter dem Rathaus. Am 31. Mai findet ein Doppelkonzert in der Stadthalle mit der Stadtmusik Lenzburg/Schweiz statt. Am 13. September führt eine Konzertreise die Kapelle nach Dübendorf in die Schweiz.
Am 30. und 31. Mai 1959 erfolgt die Teilnahme am 4. Verbandsmusikfest in Schonach. Beim Wertungsspiel wurde in der Kunststufe mit den Stücken „Drei Bagatellen“ v. Meybrunn und „Eine Tanzsuite“ v. Kochmann die Note „vorzüglich“ erspielt. Erstmalige Durchführung des „Sommerfestes“ im Schlosspark hinter dem Gasthaus „Fürstenberger Hof“.
Am Zunftball 1960 traten die Musiker der Stadtkapelle erstmalig in der Uniform der Donaueschinger Bürgerwehr auf. Die gesamte Kapelle wurde durch die Narrenzunft neu eingekleidet. Die Kosten für diese historischen Uniformen wurden von der Narrenzunft und von S.D. Joachim Erbprinz zu Fürstenberg übernommen. Diese Uniformen werden heute noch von der Stadtmusik getragen. Zur 1100 – Jahrfeier der Stadt im Jahr 1989 wurden von der Narrenzunft Frohsinn mit großem finanziellen Aufwand die Uniformen aufgearbeitet und zusätzlich neue Uniformen angeschafft. 1960 wurde 99-mal geprobt und an 33 Auftritten musiziert. Die 14 Zöglinge des Vereins probten 70-mal.
1961 wird Josef Raus, Sohn des Xaver Raus zum Ehrenmitglied der Stadtkapelle ernannt. Josef Raus gehört der Kapelle seit 1908 als Klarinettist an. Von 1922 bis 1933 wirkte Raus beim Sinfonieorchester der Gesellschaft der Musikfreunde unter der Leitung von Musikdirektor Heinrich Burkhard und Hans Felix Husadel als 1. Klarinettist mit. In der Stadtkapelle widmete sich Josef Raus wie sein Vater vornehmlich der Jugendausbildung.
Triest 1962, S.D. Fürst Karl Egon zu Fürstenberg im Kreise der Stadtmusiker, von links: Ottfried Weis, Josef Raus, Eberhard Gburek, S.D. Fürst Karl Egon zu Fürstenberg, Rudolf Wenghöfer (Dirigent).
Vom 14. bis 18. Juni 1962 reist die Stadtkapelle nach Triest zur musikalischen Umrahmung des 70. Geburtstages von I.D. Lotte Fürstin zu Windisch – Graetz, der Tante des heutigen Fürsten. Diese Reise blieb allen Teilnehmern bis zum heutigen Tage in bester Erinnerung. Am Wochenende 1. bis 3. September beteiligte sich die Kapelle an der Jubiläumsfeier zum 75 – jährigen Bestehen des Musikvereins Oberwinterthur. Am 6. September spielte die Stadtmusik im fürstlichen Schloss aus Anlass des Besuches des Ministerpräsidenten von Madagaskar.

Die Chroniken der Jahre 1963 bis 1965 weisen nur wenige Höhepunkte der Vereinsgeschichte auf. Im Mai 1964 umrahmte die Stadtmusik in Donaueschingen und Saverne die Gründungsfeierlichkeiten der Städtepartnerschaft Saverne/Donaueschingen. beim Verbandsmusikfest im Mai 1965 in Hüfingen erreichte die Stadtkapelle beim Wertungsspiel in der Kunststufe die Bewertung „vorzüglich“. 1965 ist die Kapelle auf 39 Musiker angewachsen.
Die Jugendkapelle Donaueschingen im Gründungsjahr 1966.
Hintere Reihe von links: Hauser, Vogt F., Buttler, Limberger, Reichmann, Rosenstiel, Rahm, Terschansky, Nagel, Wullich, Weiß, Franke, Friedt, Pohl K., Abt, Wich U., Engeler. Mittlere Reihe von links: Gaedtke H., Pohl H., Petersen, Vogt E., Feichtinger, Gass, Wanke, Niedziella, Schwindling, Rehse, Reise, Wenghöfer (Dirigent), Dieterle, Wich H., Schneider, Jegg, Kronschnabel, Hellmann, Hör, Streuber, Raus Josef (Holzbläserausbilder), Limberger K. Sitzend von links: Seidler, Wehrle, Hoffmann, Anders I., Weisbrod, Gaedtke, Bernauer, Kruse, Schilling, Gburek, Anders H.

In der Generalversammlung am 18. März 1966 wurde beschlossen eine Jugendkapelle zu gründen, in der Mädchen und Jungen ab 10 Jahren nahezu kostenlos ausgebildet werden sollen. Dieser Beschluss wurde sofort umgesetzt. In den Zeitungen wurden Werbeartikel veröffentlicht und am 27. April fand ein Informationsabend im Probelokal statt. Auf die Zeitungsberichte meldeten sich 54 Jungen und Mädchen für die Jugendkapelle an. Im Mai wurde die Probenarbeit aufgenommen. Die Ausbildung der Blechbläser übernahm der Dirigent Stadtkapellmeister Rudolf Wenghöfer und Hans Streuber, die Holzbläser wurden von Josef Raus und Paul Kirsch ausgebildet. für die Instrumente wurde ein Betrag von ca. 7500.- DM ausgegeben, die je zu Hälfte von der Stadt und der Stadtkapelle finanziert wurden.

Am 1. Juni 1967 trat Stadtkapellmeister Wenghöfer in den Dienst der Stadt. Hiermit ging ein langjähriger Wunsch der Stadtmusik in Erfüllung. Ein Jahr nach Gründung der Jugendkapelle waren noch 51 Musikerinnen und Musiker dabei. Am 29. Oktober stellte das junge Orchester bei einem Jugendkonzert des Blasmusikverbandes mit 4 weiteren Jugendkapellen in Villingen ihr Können vor. Am Sonntag, dem 17. September 1967 nimmt die Stadtkapelle in der Bürgerwehruniform am Trachten- und Schützenumzug des Münchner Oktoberfestes teil.
Die Stadtkapelle beim Oktoberfest in München 1967
Am 14. und 15. Januar 1968 fuhr die Kapelle auf Einladung von S.D. Joachim Erbprinz zu Fürstenberg nach Rottach – Egern am Tegernsee und umrahmte dort die Hochzeitsfeierlichkeiten von Alexander Fürst von Isenburg und Bündingen mit Elisabeth Christine Gräfin von Saurma. Am 21. Januar 1968 traten die Stadtmusik und die Jugendkapelle zum ersten Mal gemeinsam in der Stadthalle auf. Die Jugendkapelle war zu diesem Zeitpunkt mit 51 mitgliedern die größte Jugendkapelle im Verband. Die Stadtkapelle spielte in ihrer neuen Uniform.
Im Juni nahm die Stadt und Jugendkapelle am 7. Verbandsmusikfest mit Wertungsspiel in Tennenbronn teil.
Ein Doppelkonzert der Jugendkapellen Donaueschingen und Stockach erfolgte am 30. März 1969 in der Stadthalle. Vom Verbandspräsidium werden die Leistungen der Jugendkapelle Donaueschingen besonders gewürdigt. Die Kapelle gehöre im vierten Jahr ihres Bestehens zu den besten Jugendorchestern im Verband. Im Oktober spielt die Stadtmusik beim 75. Geburtstag von Ehrenmitglied Josef Raus. Der überaus rüstige Musiker spielt nun seit 61 Jahren bei der Stadtkapelle die Klarinette.
Am 11. Januar 1970 veranstaltete die Jugend- und Stadtkapelle in der Stadthalle ein Doppelkonzert. Die Jugendkapelle tritt zum ersten Mal in Uniform auf. Die Anschaffungskosten von 6100.- DM wurden von der Stadt, vom Kreis, von der Stadtmusik selbst und über Spenden des Fürstenhauses und der Donaueschingen Geschäftswelt finanziert.
Im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Saverne umrahmt die Stadtkapelle am 13. Juni die die Namensgebung der Saverner Straße.
Mitwirkung bei einer Rundfunkübertragung am 17. April 1971, des Südwestfunks „Treffpunkt Donaueschingen“. Vom 14. bis 16. Mai, Bundesmusikfest in Karlsruhe, die Jugendkapelle erreicht beim Wertungsspiel einen „Ersten Rang mit Auszeichnung“. Am 22. Mai spielt die Stadtkapelle in der Bürgerwehruniform an der Hochzeit des Grafen Rudolf von Schönburg mit der Prinzessin Marie Luise von Preußen. Am Ende des Jahres hat das Jugendorchester 47 Mitglieder. Vom Dirigenten Rudolf Wenghöfer und von Josef raus wurden 600 Unterrichtsstunden durchgeführt. Weiter wurden 58 Gesamt- und 10 Registerproben abgehalten. Die Stadtkapelle hatte 82 Proben und 34 Auftritte.
Im Januar 1972 wird Oskar Happle für 20 Jahre als 1. Vorsitzender von Bürgermeister Robert Schremp und der Stadtkapelle geehrt. Am 13. Februar feiert der Donaueschingen Schriftsteller Max Rieple seinen 70. Geburtstag, die Stadtmusik gratuliert mit einem Ständchen. Vom 14. bis 17. Juni reist die Stadtkapelle nach Sekirn am Wörther See und umrahmt den 80. Geburtstag von Fürstin Lotte zu Windisch – Graetz. Wie bereits 10 Jahre zuvor in Triest, war auch diese Reise ein Höhepunkt in der Stadtmusikgeschichte. Am 6. August wurde im Schlosshof kräftig zur Nachfeier der Silberhochzeit von Erbprinz Joachim und Erbprinzessin Paula zu Fürstenberg musiziert.
Nach 18 Jahren als Dirigent der Stadtmusik tritt Stadtkapellmeister Wenghöfer im September 1973 in den Ruhestand. Von 1957 bis 1966 bildete er 51 Jugendliche aus. Nach Gründung der Jugendkapelle waren es 132 Jungen und Mädchen. von der Stadt wurde die Dirigentenstelle als hauptamtliche stelle ausgeschrieben. Am 4. und 5. Juli umrahmt die Stadtkapelle die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag von S.D. Joachim Erbprinz zu Fürstenberg. Am 1.10. tritt Franz Nadler die Nachfolge von Rudolf Wenghöfer an. Am 7. Oktober wird Dr. Bernhard Everke zum neuen Bürgermeister von Donaueschingen gewählt. Die Stadtkapelle gratuliert mit einem Ständchen.
Nach 22 – jähriger Tätigkeit als Vorsitzender übergibt Oskar Happle 1974 sein amt an Willi Föhrenbach. Am 30. April wurde im Rahmen eines Doppelkonzertes mit dem Musikverein Wolterdingen der Stadtkapelle durch Landrat Dr. Gutknecht die „Pro Musica“ – Plakette verliehen. Das seit 1959 durchgeführte Sommerfest im Schlosspark findet zum letzten Mal statt. Am 7. September fuhr die Stadtmusik zur Harmonie Oberwinterthur um an der Uniformweihe der befreundeten Schweizer Kapelle ein Gastkonzert zu geben.
1975 wird Helmut Wiehl Vorsitzender der Stadtmusik. die Kapelle verfügt über 48 Musiker, im Jugendorchester musizieren 33 Jungen und Mädchen. Zusätzlich sind 14 Jugendliche in der Ausbildung. Die Stadtmusik probte 68-mal und absolvierte 28 Auftritte, davon ein Doppelkonzert mit dem Musikverein Aufen in der Donauhalle und ein Adventskonzert mit dem Siedlerchor in der Stadtkirche.
Das Jahr 1976 begann mit dem großen Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch – Alemannischer Narrenzünfte in Donaueschingen. Im April fand dann das Frühjahrskonzert Stadt- und Jugendkapelle mit der Stadtkapelle Bräunlingen in der Donauhalle statt. Am 14. mai 1976 bezieht die Stadtmusik ihr neues probelokal in der Stadtmühle. Der Innenausbau erfolgte in Eigenleistung der Musiker. Am 21. Mai spielt die Kapelle anlässlich des 50. Geburtstages von I.D. Fürstin Paula vor dem Schloss. Am 30. mai umrahmt die Stadtmusik die Feier zum 100 – jährigen Bestehen des Männergesangsvereins Allmendshofen.
Im Oktober legt der beliebte Dirigent Stadtkapellmeister Franz Nadler sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Mit großem Bedauern verabschieden ihn Bürgermeister Dr. Everke und die Musiker der Stadt- und Jugendkapelle. Am 16. November umrahmte die Stadtkapelle die Einzugsfeierlichkeiten des Erbprinzenpaares Maximiliane und Heinrich zu Fürstenberg im Schloss.
Zum 1. Januar 1977 übernimmt die Stadt von der Gesellschaft der Musikfreunde die Trägerschaft der Jugendmusikschule. Roland Bässler wir Leiter der Jugendmusikschule und der Stadtkapelle. Seit diesem Zeitpunkt wird der Instrumentalunterricht für die Jugendkapelle an der Jugendmusikschule durchgeführt. Vom 3. bis 5. Juni wird das 150 – jährige Bestehen der Stadtkapelle mit einem großen Konzert- und Unterhaltungsprogramm in der Donauhalle gefeiert. Bürgermeister Dr. Bernhard Everke überreicht als Jubiläumsgeschenk der Stadt einen Scheck über 10.000.- DM zur Anschaffung von neuen Uniformen. Zum Abschluss des Rehrufes im August und beim Reiterball aus Anlass des Prinz Kari zu Fürstenberg – Gedächtnisturnieres im September spielte die Stadtmusik wie schon oft im Schloss auf. Das Jubiläumsjahr wurde mit einem Kirchenkonzert im November in der Stadtkirche abgeschlossen. Stadtkapellmeister Bässler ließ neben der gesamten Kapelle erstmalig verschiedene kleine Besetzungen auftreten.
1978 konnten für die Stadtkapelle neue Uniformen angeschafft werden. Diese Uniform mit dunkelblauer Jacke und hellgrauer Hose wird heute noch getragen. Am 29. April fand das Frühjahrskonzert zusammen mit der Stadtkapelle Rottweil in der Donauhalle statt. Stadtkapellmeister Bässler wird zum Städtischen Musikdirektor ernannt. Für das 50 – jährige Jubiläum des Musikvereins Aufen übernahm die Stadtmusik die Patenschaft. Eine Konzertreise führte die Kapelle nach Kornwestheim. Im Dezember fanden zwei Kirchenkonzerte in der Stadtkirche St. Johann und in Riedöschingen statt.
1979 spielte die Stadtmusik 42-mal bei den verschiedensten Anlässen in und um Donaueschingen herum. Beim Frühjahrskonzert spielte als Gastkapelle die Stadtmusik Hüfingen. Im Juli umrahmte die Stadtkapelle im Schlosshof die Gelöbnisfeier junger Rekruten des Panzergrenadierbataillons 292 aus Immendingen. Im November fand wiederum ein Kirchenkonzert statt. diesmal in St. Marien.
Das Jahr 1980 begann mit einem Auftritt auf dem Rathausplatz beim Besuch des Ministerpräsidenten Lothar Späth. Die bis 1977 gut besetzte Jugendkapelle war auf eine kleine Spielgruppe zusammengeschrumpft. Die Ursachen für diesen Schwund sind vielschichtig. Von 1966 bis September 1973 wurden die Zöglinge vom Dirigenten und 3 Musikern der Stadtkapelle ausgebildet, ab Oktober 1973 bis Oktober 1976 ausschließlich von Franz Nadler, der alle Instrumente ausbildete. Ab 1977 wurden die Schüler auf viele Lehrer der Jugendmusikschule verteilt. Die Koordination einer zusätzlichen Orchesterausbildung war somit sehr schwierig geworden, zudem musste sich die Stadtmusik an die neuen Ausbildungsverhältnisse gewöhnen. Ein weiterer Grund ist sicher in der Tatsache zu finden, dass die fülle der Aufgaben von Musikdirektor Bässler als Leiter der Jugendmusikschule und Dirigent der Jugend- und Stadtkapelle von einer Person nicht mehr zu bewältigen war. Nach Kritik der Musiker in der Hauptversammlung über das Fehlen einer richtigen Jugendkapelle und dem Wunsch mehr Unterhaltungsmusik zu spielen kündigte Roland Bässler kurze Zeit später mit Wirkung zum 31. Juli. Holger Kämmerer, Lehrer für das tiefe Blech an der Jugendmusikschule übernahm nahtlos zum 1. August das Dirigentenamt bei der Stadtmusik. Die Folgejahre neu zu formieren. Das Jahr 1980 wurde mit einem Überraschungsauftritt am Starnberger See anlässlich der Hochzeit von Prinzessin Antoinette abgeschlossen.
1981 übernimmt Heinrich Fottner das Vorstandsamt von Helmut Wiehl. Im Juni tritt die Stadtkapelle beim Bundesmusikfest in Villingen auf. Im August findet auf der Wiese vor dem probelokal das erste „Brückenfest“ statt. Die Idee für dieses Fest hatten einige junge Musiker aus der Jugendkapelle von Franz Nadler. Im strömenden Regen wurde das Fest von dieser Guruppe aufgebaut. Der Fleiß wurde belohnt, über das Festwochenende herrschte strahlender Sonnenschein. Das Brückenfest war ein Riesenerfolg.
Die Stadtkapelle im Schlosspark 1982.
1. Reihe von links: Werner Adolf, Weiß Jürgen; Föhrenbach Georgia, Duldinger Jutta, Maier Regina, Kaiser Sabine, Rothweiler Markus, Duldinger Ruth, Schilling Rosmarie, Gross Joachim, Schlatter Michael. 2. Reihe von links: Buck Adolf, Wolff Helmut, Schlutt Christiane, Föhrenbach Kornelia, Lehmann Petra, Kuch Matthias, Müller Klaus, Lehmann Klaus, Hoffmann Fritz, Gburek Eberhard, Fottner Heinrich (Vorsitzender), Kämmerer Holger (Dirigent). 3. Reihe von links: Föhrenbach Heinrich, Belstler Thomas, Weil Hans, Horn Matthias, Bürssner Rolf, Duldinger Johann jun., Egger Markus, Duldinger Johann sen., Wintermantel Johann, Haberer Heinrich, Lohmann Jörg. 4. Reihe von links: Rothweiler Tillmann, Heidinger Johannes, Pruter Detlef, Laun Reinhold, Kessler Jürgen, Burkhardt Josef (Nicht auf dem Bild: Heidinger Andreas, Rothweiler Eva).

Beim Frühjahrskonzert 1982 traten zum ersten Mal wieder Jugendliche in Form einer „Brassband“ im Vorprogramm zur Stadtkapelle auf. Es wurden 76 Proben abgehalten und an 45 Auftritten musiziert. Das zweite Brückenfest war wieder ein Besuchermagnet.

Das Jahr 1983 begann traditionsgemäß mit der 1950 ins Leben gerufenen „Familienfeier“.
Beim Frühjahrskonzert wagte sich die Stadtmusik auf neues Gebiet. Es kamen ausschließlich Big-Band- und Musicalwerke zur Aufführung. Der Höhepunkt bildete das Musical „Hair“, mit Chorbegleitung durch die Jugendkantorei. Zum 60. Geburtstag des Fürsten durfte ein Ständchen der Stadtkapelle nicht fehlen. neben der Fürstenberg – Hymne erklangen die Traditionsmärsche „Alte Kameraden“, „Der Königsgräzer“ und der „Radetzky – Marsch“. Beim 125 – jährigen Jubiläum der Donaueschinger Feuerwehr nahm die Stadtmusik beim Festbankett und beim Jubiläumsumzug teil.
Beim Familienabend 1984 erhält Holger Kämmerer den Titel Stadtkapellmeister. Am „Schmutzigen Dunschtig“ nimmt die Stadtmusik eine alte Tradition aus den Zwanzigerjahren wieder auf und fährt auf einem als Baby – Laufstall umgebauten Wagen als Baby verkleidet und dem „Babysitter – Boogy“ beim Kinderumzug mit. Stadtkapellmeister Kämmerer stand dabei als Babysitter im Mistlader des ziehenden Traktors. An der Generalversammlung wurde Hans Duldinger zum neuen Vorsitzenden der Stadtkapelle gewählt. Am 30. November wurde die Stadtkapelle von der in Donaueschingen stationierten Militärkapelle des 110. Französischen Infanterieregiments zu einem Doppelkonzert eingeladen. Am Konzertende spielten beide Kapellen gemeinsam „Alte Kameraden“.

Konzert am 30. November 1984 in der Donauhalle
1985 werden auf Anregung des Vorsitzenden Hans Duldinger die „Donaueschinger Schlosskonzerte“ ins Leben gerufen. Am 9. Mai eröffnete die Stadtkapelle zusammen mit dem Männergesangsverein Allmendshofen diese neue Konzertreihe. Seither spielen von Mai bis zu den Sommerferien jeden Sonntag vor dem Schloss die verschiedensten Musikkapellen. Beim Frühjahrskonzert überraschte die Stadtmusik ihr Publikum mit der Orchesterstudie „Galaxis“ von Ernst Hildebrandt, in der musikalisch ein Raumflug von Start bis zur Landung geschildert wurde. Durch effektvolle Beleuchtung wurde der Science – Fiction – Eindruck noch verstärkt. Die Bemühungen zum Wiederaufbau der Jugendkapelle trugen erste Früchte. Seit Dezember 1985 proben regelmäßig wieder 22 Jugendliche.
In der Generalversammlung 1986 wird Jürgen Kessler zum Vorsitzenden der Jugendkapelle gewählt. Am 26. Mai 1986 eröffnete die Stadtkapelle mit der „Kingswood – Ouvertüre“ und zwei Reitermärschen die Gewichtheber Welt- und Europameisterschaften der Junioren in Donaueschingen. Am 22. Juni fuhr die Kapelle zum Rosenfest in die französische Partnerstadt Saverne. Am 16. Oktober besuchte das Fernsehteam der „Abendschau“ die Musikprobe der Stadtmusik um anlässlich der Donaueschinger Musiktage aktive „Normalverbraucher“ in Sachen Musik aufzunehmen und ihre Meinungen zur „Neuen Musik“ zu hören.
An der Jahreshauptversammlung 1987 wird die unter Federführung von Hans Duldinger überarbeitete Satzung der Stadtmusik von den Mitgliedern verabschiedet. Die Satzung, die heute noch Gültigkeit hat und die Verbindungen zur Stadt festschreibt, wurde am 24. März vom Donaueschinger Gemeinderat bestätigt. Das 100 – jährige Jubiläum des Musikvereins Harmonie Oberwinterthur führte die Stadtmusik im Juni für zwei Tage zu den Freunden in die Schweiz. Es wurde kräftig musiziert und gefeiert. Wie in der Schweiz üblich, wurde in einem Luftschutzbunker übernachtet.
Am 15. August wurde dann eine Wette der beiden Musiker Erwin Wilhelm und Michael Schlatter eingelöst. Wilhelm wettete mit Schlatter um 50 Liter Bier, ob es möglich ist die Stadtkapelle dazu zu bringen, dass diese vom Probelokal bis an sie Stadtkirche (ca. 1,2 km) in der Brigach mit dem Marsch „Hoch Badnerland“ marschiert. Erwin Wilhelm verlor die Wette, 43 Musiker marschierten durch die Fluten der Brigach. Die Wette des Jahres lockte ca. 3000 Zuschauer und ein Fernsehteam an das Brigachufer. Im Anschluss an den Bachmarsch fand auf dem Festhallenplatz ein aus dem Stehgreif improvisiertes Volksfest statt.

Die Wette des Jahres 1987. Die Donaueschinger Stadtkapelle in der Brigach mit dem Marsch "Hoch Badnerland"
1988 übernimmt Michael Schlatter das Amt des Vorsitzenden. Das Jahreskonzert wurde wieder mit der Jugendkapelle zusammen durchgeführt. Neben wenigen konzertanten Stücken kamen in diesem Jahr Polkas, Märsche und Zirkusmelodien zur Aufführung. Stadtkapellmeister Kämmerer trat hierbei als Solist auf dem Alphorn und dem Xylophon auf. Im Herbst fuhren die Stadtmusik und der Musikverein Oberwinterthur zu einem gemeinsamen Hüttenwochenende in den Schwarzwald. Im September und November wurden Informationsveranstaltungen zur Nachwuchssuche für die Jugendkapelle durchgeführt.
Das Jahr 1989 war geprägt von der 1100 – Jahrfeier der Stadt Donaueschingen. Beginnend mit einem Neujahrsblasen auf dem Rathausplatz, dem Weißnarrentreffen, einer historischen Postkutschenfahrt von Furtwangen und Rottweil aus nach Donaueschingen, dem Bürgerwehrtreffen, dem Tag der Blasmusik, bis hin zum großen Straßenfest, die Stadtmusik war immer dabei. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres fuhr die Stadtkapelle noch für eine Woche nach Calella in Spanien um beim dortigen Oktoberfest im Festzelt mit ihrer Musik kräftig einzuheizen.

1100 - Jahrfeier der Stadt Donaueschingen. Die Stadtmusik vor dem Rathaus beim Weißnarrentreffen im Januar 1989
1990 fand in Oberwinterthur wieder ein Doppelkonzert statt. Das Frühjahrskonzert wurde nach 14 Jahren wieder mit dem Musikverein Aufen als Konzertpartner durchgeführt. bei der Marschmusikwertung aus Anlass des 125 – jährigen Jubiläums des Blasorchesters bad Dürrheim erreichte die Stadtkapelle einen 1. Rang mit Belobigung. Im August führte eine Tagesreise nach Marmourtier ins Elsaß zum Blumenfest.
1991 zählte die Stadtmusik 58 Aktive. beim Jahreskonzert zum 10 – jährigen Dirigentenjubiläum von Holger Kämmerer war neben der Stadt- und Jugendkapelle der Chor und das Streichorchester der Waldorfschule Schwenningen mit dabei. Der Klangkörper der Stadtkapelle konnte um eine Oboe und ein Fagott erweitert werden.
Im März 1992 wird Emmanuel Frick zum Vizedirigenten gewählt. Rafael Hafkesbrink übernimmt den Vorsitz er Jugendkapelle. Im September übernimmt Emmanuel Frick die musikalische Leitung der Jugendkapelle. Im mai findet in der Donauhalle ein Galakonzert mit der Stadt- und Bürgerwehrmusik Villingen statt. Die Villinger Musikanten waren vor 40 Jahren beim verbandmusikfest 1952 zum letzten Mal gast in der Donaustadt. Im Juni wurde an zwei tagen in Donaueschingen die 40 – jährige Freundschaft mit der Harmonie Oberwinterthur gefeiert. Nach fast 12 – jähriger Dirigententätigkeit verlässt Holger Kämmerer im Oktober das Dirigentenpult der Stadtmusik. Die Stadtkapelle reist zum zweiten Mal nach Calella um beim Oktoberfest zu musizieren. unter der Leitung von Jürgen Kessler erleben die Musiker, verstärkt durch einige Kameraden aus Aufen, Hüfingen, Fürstenberg und Grüningen, eine schöne Woche. Am 1. November 1992 tritt mit Oliver Helbich wieder ein Posaunist die Nachfolge von Holger Kämmerer am Dirigentenpult der Stadtkapelle an.
Im Juni 1993 gibt Oliver Helbich in der Donauhalle sine erstes Konzert mit der Stadtkapelle. Das Konzert war sehr gut vorbereitet, dem Publikum und der presse gefielen die Musikvorträge, der Einstand des neuen Dirigenten war gelungen. Am 2. Juli wurde Donaueschingen zur „Großen Kreisstadt“ erhoben, die Stadtmusik umrahmte die Feier. Anlässlich des 70. Geburtstages von S.D. Joachim Fürst zu Fürstenberg unterhielt die Stadtkapelle die Gäste vor dem Schloss, beim Festakt spielte das Klarinetten – Quartett und der Saxophonsatz im Schloss. 1993 wurde eine Spiel- und Flötengruppe gegründet. Hier werden Kinder ab 4 Jahren spielerisch an die Musik herangeführt, bevor dann ene Ausbildung auf einem Blas- oder Schlaginstrument erfolgt. die Gruppe wird seit ihrer Gründung von Regina Kessler geleitet.
1994 fanden ein Frühjahrs- und ein Herbstkonzert statt. Beim Herbstkonzert, eingeführt von Dirigent Oliver Helbich, war wieder einmal die Stadtmusik Hüfingen zu Gast. Im Juni wurde eine dreitägige Musikreise nach Thüringen durchgeführt. Das Brückenfest fand nach 14 Jahren zum letzten Mal statt, da die Wiese vor dem Probelokal als Baugelände verkauft wurde. Im herbst spielte die Stadtkapelle auf dem „schneckenfest“ in Pfaffenweiler, einem der schönsten Weinfeste im Raum Freiburg. Die Jugendkapelle veranstaltete im Dezember ein erstes eigenes Konzert im Gemeindehaus „Sternen“.
Im Mai 1995 vertrat die Stadtkapelle Donaueschingen den Blasmusikverband Schwarzwald – Baar beim 13. Südtiroler Landesmusikfest in Meran. Beim Wertungsspiel, nach dem Reglement des Internationalen Musikverbandes CISM mit offener Wertung, erreichte die Stadtmusik in der Oberstufe mit den Stücken „Rhapsodie Francaise“ von Henk van Lijnschooten und „Toccata for Band“ von Frank Erickson das Prädikat „sehr gut“. Im Juni und Oktober wurden wieder in der Donauhalle Konzerte durchgeführt. beim Herbstkonzert spielte neben der Stadt- und Jugendkapelle die Musikkapelle Fürstenberg. Im September beteiligte sich die Stadtmusik am Gassenweinfest in Merdingen. 1995 probt die Jugendkapelle 39-mal und hatte 10 Auftritte.

Festumzug beim 13. Südtiroler Landesmusikfest in Meran im Mai 1995
Das Jahr 1996 begann mit einem Auftritt beim Zunftball der Narrenzunft Frohsinn. Die Musiker wirkten hierbei nicht nur musikalisch auf der Bühne, sondern betätigten sich zusätzlich als Schauspieler. Die intensiven Bemühungen des Dirigenten der Jugendkapelle und der Jugendleitung hatten sich gelohnt! Zu Beginn des Jahres gehören der Jugendkapelle 49 Musiker an. Weitere 38 Kinder lernen ein Instrument in der Zöglingsgruppe. Beim Frühjahrskonzert im Mai spielte die Stadtmusik neben der Ouvertüre zu „Dichter und Bauer“ die „Promenadenmusik“ von Hans Gal. Dieses Werk wurde an den Donaueschinger Musiktagen 1926 uraufgeführt. Das 75 – jährige Jubiläum dieser Veranstaltung nahm die Stadtmusik zum Anlass das Stück wieder einmal dem Publikum zu präsentieren. Vom 25. bis 28. Juli fuhr die Stadtkapelle in die ungarische Partnerstadt Vac. das Herbstkonzert wurde mit der Musikkapelle Mudelfingen durchgeführt. Am 8. Dezember hatte die Jugendkapelle wieder ihr Konzert im Sternensaal. 53 Jungmusiker im alter zwischen 11 und 16 Jahren, alle in Ausbildung an der städtischen Jugendmusikschule, nahmen auf der Bühne Platz.
1997 beteiligt sich die Stadtkapelle am 25 – jährigen Jubiläum des Fanfarenzuges Donaueschingen und an der 1200 – Jahrfeier der Musikstadt Trossingen. Trossingens Bürgermeister Lothar Wölfle, ein gebürtiger Donaueschinger besitzt die Mitgliedsnummer 1 als förderndes Mitglied der Stadtkapelle. Im Juni nehmen Stadt- und Jugendkapelle am Verbandsmusikfest in Geisingen teil. Beim Wertungsspiel erreicht die Jugendkapelle einen ersten Rang, die Stadtkapelle einen ersten rang mit Belobigung. Die Fürstenberg – Brauerei veranstaltet ein Brauereifest, die Stadtkapelle ist mit dabei. selbstverständlich findet auch 1997 ein Frühjahrs- und Herbstkonzert statt. im September fahren Trachtengruppe und Stadtmusik gemeinsam ins schöne Markgräflerland und nehmen dort am Auggener Winzerfest teil.

Das Frühjahrskonzert 1997 in der Donauhalle
Nach 10- jähriger Tätigkeit als Vorsitzender stellt sich Michael Schlatter an der Generalversammlung 1998 nicht mehr zur Wahl. Der Bisherige Jugendleiter Rafael Hafkesbrink wird neuer Vorsitzender der Stadtmusik. Kornelia Horn übernimmt den Vorsitz bei der Jugendkapelle. Das Donaueschinger Regionalgespräch wird musikalisch mit der Nationalhymne durch die Stadtkapelle eröffnet. Oberbürgermeister Dr. Everke kann als Ehrengast den Bundespräsidenten Roman herzog begrüßen. Die Stadtkapelle spielte, wie könnte es anders sein, den „Bayerischen Defiliermarsch“. Nach 6 Jahren erfolgreicher Dirigiertätigkeit stellt sich Oliver Helbich zum Jahresende einer neuen Herausforderung als Dirigent eines Höchststufenorchesters. Helbich verabschiedet sich klangvoll bei Musikern und Publikum am Herbstkonzert.
Im März 1999 nimmt der neue Dirigent Peter Stelzl, wie schon seine beiden Vorgänger ebenfalls Posaunist, seine arbeit mit der Donaueschinger Stadtkapelle auf. Der beliebte Dirigent der Jugendkapelle Emmanuel Frick kann aus gesundheitlichen Gründen seine überaus erfolgreiche Jugendarbeit nicht weiterführen. Von Mai bis Oktober dirigiert Peter Stelzl die Jugendkapelle. Ihm folgt Frank Zuckschwert. Neben einer Fernsehaufnahme für den Treffpunkt Abendmelodie in Südwest Baden – Württemberg, spielt die Stadtmusik im Frühjahr und Sommer bei verschiedensten Festen in Donaueschingen und Umgebung. Im Oktober gibt Peter Stelzl mit einem gelungenen Herbstkonzert der Jugend- und Stadtkapelle seinen Einstand als Dirigent.
Das Jahr 2000 wurde musikalisch am 1. Januar auf dem Rathausplatz begrüßt. Peter Stelzl, als gebürtiger Mainzer im Karneval aufgewachsen, machte bei seiner ersten schwäbisch – alemannischen Fasnet eine ausgezeichnete Figur. Das Frühjahrskonzert wurde wieder zusammen mit der Jugendkapelle durchgeführt. die Presse schrieb: „Die Stadtkapelle ist mit ihrem neuen Leiter auf dem richtigen Weg“. Beim Herbstkonzert musizierte schon fast traditionsgemäß eine Kapelle aus dem Umkreis von Donaueschingen mit. Dieses Mal war der Musikverein Behla zu Gast. Nach Beendigung seines Aufbaustudiums in Trossingen übernimmt Peter Stelzl im Oktober 2000 auch die Leitung der Jugendkapelle.

Großer Umzug am „Fasnetsunntig“ 2000, Dirigent Peter Stelzl, in der ersten Reihe von links Rolf Bürssner, Vorsitzender Rafael Hafkesbrink, Christoph Bäurer, Andreas Frank (Vizedirigent).
2001 begann mit verschiedensten Fasnetauftritten. die Stadtmusik begleitete die Narrenzunft am Fasnetmontag nach Gottmadingen zum Umzug und unterhielt in der Festhalle die Narren mit auswendig gespielten Gassenhauern. Beim Frühjahrskonzert wurde den Zuhörern ein abwechslungsreiches Programm geboten, beginnend mit dem „Marsch des York’schen Korps“ von Ludwig van Beethoven über Händels Feuerwerksmusik bis hin zu den Melodien von Glenn Miller. Im April spielte die Stadtmusik in Trossingen beim Tag der Leihenmusik. Im herbst führte eine Musikreise die Kapelle nach Bayern um mit einem alten Weggefährten Holger Kämmerer, Dirigent der Stadtmusik Neu-Ulm ein Doppelkonzert zu spielen.
Das Jubiläumsjahr 2002 begann für die Stadtkapelle am 4. Januar. Bei Minustemperaturen von 13 °C eröffnete die Kapelle in historischer Bürgerwehruniform auf dem vollbesetzten Rathausplatz mit Reiter- und Fanfarenmärschen die 175 – Jahrfeier. Zum ersten Mal kam auch der von Dirigent Peter Stelzl zum Jubiläum komponierte Marsch „An Brigach und Breg“ zur Aufführung.
Seit der Wiedergründung 1948/49 war der Fortbestand des ältesten noch existierenden Vereins in Donaueschingen nicht mehr gefährdet, einer positiven Weiterentwicklung stand nichts mehr im Weg. Wie auch schon früher, spielt die Stadtkapelle seither ohne Unterbrechungen bei vielen weltlichen und kirchlichen Veranstaltungen, bei Anlässen der Stadt wie z.B. dem „Donaueschinger Regionalgespräch“, Auftritte im Rahmen der Städtepartnerschaften, dem internationalen „Prinz Kari zu Fürstenberg“ – Gedächtnisturnier, beim „Gregorifest“ und vielen anderen Gelegenheiten, bei denen eine Blaskapelle den musikalischen Rahmen bilden kann. Die Mitwirkung an der Fasnet und bei den verschiedensten Festen der Donaueschinger Vereinswelt sowie bei Anlässen des Hauses Fürstenberg sind selbstverständlich.
Die Kapelle führt regelmäßig ihre Frühjahrs- und Herbstkonzerte in der Donauhalle durch und spielt im Sommer bei den Donaueschinger Schlosskonzerten. Weiter beteiligt sich die Stadtkapelle bei Veranstaltungen des Bundes Deutscher Blasmusikverbände und bei Festen und Konzerten der umliegenden Kapellen. Am 15. Juni 2002 wird der Stadtkapelle Donaueschingen als besondere Ehrengabe des Landes Baden – Württemberg für ihre kulturelle Tätigkeit beim Landesmusiktreffen in Stuttgart durch den Ministerpräsidenten Erwin Teufel die „Conradin – Kreutzer – Tafel“ verliehen.


Entnommen aus der Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum 2002