Von 1900 bis 1945

Die erste Jugendkapelle, aufgenommen nach einem Ständchen für seine Majestät Kaiser Wilhelm II. anlässlich eines Besuches im Donaueschinger Schloss vom 7. bis 10. Mai 1901. Dirigent Xaver Raus, rechts daneben sitzend mit Klarinette sein Sohn Karl.
Im Jahre 1900 übernahm Kapellmeister Rudolf Stoll die Leitung der Stadt- und Feuerwehrmusik.
1901 spielten 17 Zöglinge der Stadtmusik unter ihrem Leiter Xaver Raus anlässlich des Besuchs seiner Majestät Kaiser Wilhelm II. im Hause Fürstenberg vom 7. bis 10. Mai. Man kann sagen, dass dies die erste Jugendkapelle der Stadtmusik war.

1905 spielte die Stadtmusik in Fürstenberg – Grenadieruniform beim 200-jährigen Jubiläum der Fürstlich Fürstenbergischen Brauerei.

1910 wurde mit der Stadt ein Vertrag geschlossen, in dem eine Vergütung von 1,50 RM pro Musiker vereinbart worden ist.
1912 übernahm Karl Dietrich das Dirigentenamt von Rudolf Stoll. Im selben Jahr überreichte der Vorstand der Stadtmusik Max Happle an Xaver Raus in Anerkennung seiner großen Verdienste in der Zöglingsausbildung einen kunstvoll geschnitzten Taktstock.
In den Jahren 1912 bis 1914 spielte die Stadtmusik zu den verschiedensten Anlässen, so z.B. am Vorabend des Geburtstages von Großherzog Friedrich II. von Baden im Schlosshof am 8. Juli den Zapfenstreich.
Die Stadtmusik in der Fürstenberg – Grenadieruniform. Aufgenommen vor dem Museum, 1905, aus Anlass des 200-jährigen Bestehens der Fürstenberg – Brauerei. Hintere Reihe: Honegger Franz, Schneider, Brombach, Duffner, Honegger Josef, Bächler. Vordere Reihe: Honegger Johann, Isely, Wagner, Merz, Bürßtner, Stoll (Dirigent), Litterst, Höfler, Kramer, Fischerkeller.
Am 16. August 1913 weilte die Stadtkapelle auf Schloss Heiligenberg, aus Anlass der Hochzeit von I.D. Prinzessin Netti zu Fürstenberg mit Seiner Hochgeboren Franz Eduard Graf zu Khevenhüller – Metsch. An der Fasnet veranstaltete die Musik eigene Fasnetbälle, so 1913 im Gasthaus Auerhahn und 1914 im Sternen. An der Fasnet 1913 fuhr die Stadtmusik auf einem Galawagen.
Den letzten Auftritt hatte die Stadtmusik am Freitag, den 31. Juli 1914 abends 20.00 bis 22.00 Uhr im Schlosspark bei einem „Promenadenkonzert“. Ein Tag danach, am 1. August begann dann der Erste Weltkrieg. Von nun an schwiegen die Instrumente der Stadtkapelle.

Nach dem 1. Weltkrieg trat die Stadtmusik in gewohnter Weise bei weltlichen und kirchlichen Veranstaltungen und für die Feuerwehr auf. Der erste dokumentierte Auftritt war am Mittwoch, den 13. August 1919, ein Kurkonzert und am Tag darauf ein Kinderfest im Hotel „Schützen“.
Am 27. und 29. Mai 1920 wirkte die Kapelle bei den Einzugsfeierlichkeiten des Erbprinzenpaares auf Schloss Heiligenberg mit.
1924 fuhr die Stadtmusik wieder auf einem Wagen beim Fasnetumzug mit.
An der Fronleichnams – Prozession 1927 marschierte die Stadtmusik in Feuerwehrmusik mit. Als weitere Kapelle wirkte der Musikzug des in Donaueschingen stationierten Ausbildungs – Bataillons Nr. 14 mit.
Die Stadtkapelle auf Schloss Heiligenberg, 16. August 1913.
1928 wurde die Stadtmusik von der Narrenzunft Frohsinn mit historischen Uniformen ausgestattet. Die Uniformen waren identisch zur Kleidung der ehemaligen Fürstlich Fürstenbergischen Feldmusik.
1929 begleitete die Stadtkapelle in den vorgenannten Uniformen die Narrenzunft nach Villingen, wo das erste Narrentreffen der „Vereinigung Schwäbisch Alemannischer Narrenzünfte“ stattfand.
1933, jetzt unter der musikalischen Leitung von Stadtkapellmeister Otto Dietrich spielte die Stadt- und Feuerwehrmusik bei der Generalversammlung der Feuerwehr den „Großen Zapfenstreich“.
Am 7. April 1933 wurde von der Nationalsozialistischen Regierung das „Gleichschaltungsgesetz“ erlassen. Dieses Gesetz hatte wenig später auch Auswirkungen auf die Stadtmusik.
Ebenfalls 1933 wurde für den Amtsbezirk Donaueschingen in Donaueschingen die HJ – Bannkapelle 40 gegründet. Vom damaligen Lehrer der Volksschule und Bannführer Gustav Schnetzer erhielt der Dirigent der Stadtkapelle Otto Dietrich den Befehl, Kinder und Jugendliche auszubilden. Hierfür wurden hauptsächlich Buben des Jahrgangs 1920/21 eingeteilt. Die Schüler wurden verpflichtet am Musikunterricht teilzunehmen. Dieser wurde im unteren Stock des Rathauses (Proberaum der Stadtkapelle) durchgeführt. Ein großer Teil der Ausbildung wurde im Freien, auf dem Platz vor dem Bierkeller (heute Klenkenreute) abgehalten.
1934 wurde der Feuerwehrspielmannszug von Emil Ley, der 52 Jahre in der Stadtmusik die kleine Trommel spielte, neu formiert. Ley baute bis 1936 den Zug von 8 auf 14 Mann aus.
1936 war die Bannkapelle so gut ausgebildet, dass sie beim Reichsparteitag in Nürnberg, beim Tag der Jugend zusammen mit den HJ – Kapellen Berlin und Karlsruhe auftreten musste. Das Programm wurde im Zeltlager „Langwasser“ bei Nürnberg 10 Tage lang eingeübt und dann im Nürnberger Stadion aufgeführt.
Die Stadtkapelle am 1. Mai 1937
An Silvester 1936 spielte die Stadtmusik vor dem Rathaus.
Das Schwarzwälder Tagblatt schreibt 1937, dass beim Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr eine schneidige Feuerwehrkapelle aufspielte.
1939 stellte der Gemeinderat zur Förderung der Stadtmusik und der HJ – Bannkapelle einen Betrag von 2400.- Reichsmark zu Verfügung.
Ab dem Herbst 1939 bis 1945 wurden dann immer wieder Musiker der Stadt- und Feuerwehrmusik sowie der Bannkapelle zum Kriegsdienst eingezogen. Dadurch war keine der beiden Kapellen in der Lage selbstständig aufzutreten. Stillschweigend vollzog sich die Verschmelzung der Bannkapelle und der Stadtmusik. Alte aktive Mitglieder und die Jungen der Bannkapelle spielten dann gemeinsam bei politischen Veranstaltungen, Aufmärschen, für das Winterhilfswerk und an so genannten Eintopf – Sonntagen.
Der letzte Auftritt war Anfang 1945 bei einer politischen Veranstaltung im Saal des "Gasthauses Zeppelin". Am 22. Februar wurde das Gasthaus bei einem Bombenangriff vollständig zerstört.