Von der Gründung bis 1899

Die Wurzeln der Stadtkapelle liegen bei der Donaueschinger Bürgerwehr, die 1806 gegründet wurde. 1817 zählte der Mannschaftsstand der Bürgerwehr "179 Köpfe", darunter 15 Musikanten. Das berichtete Johann Engesser, der damalige Kommandant. Um welche Instrumentalbesetzung es sich bei den bezeichneten 15 Musikanten handelte ist nicht bekannt.
Die Donaueschinger Bürgerwehr 1846. Die Musiker: Sind mit dem Waldhorn auf der großen Trommel sitzend Hofmusikus Zipfel jun. Rechts daneben mit Notenblättern in der Hand Steindrucker Weishaupt. Auf der Landsknechttrommel sitzend der Tambourmajor, der Fürstenbergische Portier Unterwegener. Rechts daneben mit dem Fagott Hofmusikus Zipfel sen. Der Trommler am rechten Bildrand ist Goldarbeiter Vöhrenbach.
Am 17. Dezember 1824 richtete Johann Engesser einen Brief an den Gemeinderat und berichtete über den Stand des Bürgerwehrkorps. Unter anderem bemängelte er, dass die Bürgerwehr immer noch keine "richtige Militärmusik" hätte. Anfang des 19. Jahrhunderts bestand ein Infanteriemusikkorps aus zwei Flöten, zwei Oboen, zwei Klarinetten, zwei Fagotten, zwei Inventions- Waldhörnern, zwei Inventions- Trompeten und zwei Bassposaunen. Diese Instrumentenzusammenstellung bildete den Grundstock für die heutige Harmoniebesetzung eines Blasorchesters.
Dem Schreiben an den Gemeinderat hatte Engesser zwei Angebote über Instrumente für die Aufstellung einer Musikkapelle beigelegt. Das erste Angebot von Kammermusikus Blechschmidth über 9 Instrumente belief sich auf 158 Gulden und 30 Kreuzer. Das zweite Angebot von Musikus Alois Rinsler für 12 Instrumente betrug 147 Gulden.
Aus dem Angebot Rinslers und Aufzeichnungen Engessers ist zu entnehmen, dass Rinsler neben der Beschaffung der Instrumente auch die Ausbildung und Organisation der Musik übernehmen würde. Es ist davon auszugehen, dass Alois Rinsler der erste Dirigent der Bürgerwehrmusik war. Diese Annahme wird durch einen Artikel von August Heizmann, Sohn des "Hirschenwirts" Johann Heizmann und Gründer des Turnvereins TV 1864 Donaueschingen, in der Badischen Turn - Zeitung vom 3. September 1929 bestätigt. Alois Rinsler war bis zur Auflösung im Jahre 1806 Trompeter der Fürstlich Fürstenbergischen Feldmusik. Im Jahre 1820 wurde er Fürstlicher Hofmusikus.
1848 hat Rinsler die bis dahin in der Version von Johann Wenzel Kalliwoda als Narrenhymne arrangierte Melodie zum Donaueschinger Narrenmarsch "Hans blieb do", wie er heute noch gespielt wird, umgeschrieben.
Die Kosten für die 12 Uniformen der zu errichtenden Musik gab Johann Engesser mit 156 Gulden an.
Im Schreiben an den Gemeinderat bat Engesser um einen Vorschlag für die Kostenübernahme in Höhe von 303 Gulden, welche die Aufstellung einer "Militärmusik" verursachen würde. Fürst Karl Egon II. zu Fürstenberg erhielt vom Schreiben Engessers Kenntnis. Er ließ am 20. Dezember 1824 dem Gemeinderat schriftlich mitteilen, dass er die benötigten 300 Gulden zu Aufstellung einer Musik zu Verfügung stellt. Mit dieser Spende war der Weg frei zur Gründung der Bürgerwehrmusik.

Im Jahre 1827 hatte dann das Bürgermilitärkorps eine spielfähige, "richtige Militärmusik".
Diese Kapelle konnte nun mit Kräften bei weltlichen und kirchlichen Festen, bei Paraden und Umzügen bestens mitwirken.
Am 8. September 1830 stiftete Amelie Fürstin zu Fürstenberg, Prinzessin von Baden der Donaueschinger Bürgerwehr eine neue Fahne. Bei der feierlichen Übergabe paradierte das gesamte Korps mit der Musik vor dem Fürstenpaar im Schlosshof.
1843 wurde der aus Villingen stammende Rittmeister der Donaueschinger Bürgerkavallerie Hirschenwirt Johann Heizmann durch die Bürgerwehr und die Musik unter der Leitung von Stabstrompeter Alois Rinsler vor dem Gasthaus Hirschen (heute Haus Mall/Karlstraße) empfangen.
Die erste Abbildung der Bürgerwehrmusik stammt aus dem Jahr 1846. Es ist eine Zeichnung des Fürstlich Fürstenbergischen Hofmalers Heinrich Frank und zeigt die gesamte Donaueschinger Bürgerwehr vor dem Donaueschinger Schloss.
Im März 1848 soll aus den Bürgerwehrkapellen Hüfingen und Donaueschingen eine Bataillonsmusik formiert worden sein. Als Kapellmeister fungierte de FF - Hofmusikus Ambrosius Schrenk aus Hüfingen.
Im Revolutionsjahr 1849 wurde die allgemeine Volksbewaffnung ausgerufen und die Bürgerwehr zur Volkswehr erhoben.
Am 20. Juni 1849 kamen Abgeordnete der provisorischen Regentschaft von Deutschland aus Stuttgart nach Donaueschingen und hielten im Gasthaus "Falken Post" (Haus links von der unteren Brauereizufahrt an der Haldenstraße) revolutionäre Reden. Am Abend wurden die Abgeordneten von der Volkswehr mit einer "Serenade" gefeiert.
Am 8. Juli 1849 zog das Volkswehrbataillon Donaueschingen mit "klingendem Spiel" von Donaueschingen nach Hüfingen und dann Richtung Hochrhein ab.
Im Herbst 1849 wurde als Folge des Armeebefehls des Prinzen Wilhelm v. Preußen (später Kaiser Wilhelm I.) vom 26. Juni 1849 im Zuge der allgemeinen Volksentwaffnung die Volkswehr (Bürgerwehr) aufgelöst. Diesem Befehl fiel auch die "Bürgerwehrmusik" und sogar die "Fürstlich Fürstenbergische Hofkapelle" zum Opfer.
Die Pompier - Musik im Jahre 1868 unter dem Dirigenten Venis
Aufzeichnungen der Narrenzunft Frohsinn belegen jedoch, dass in Donaueschingen weiter musiziert wurde. So wird berichtet, dass an der Fasnet Bläsergruppen mit Flöten, Klarinetten, Pistons und Trompeten durch die Wirtschaften und Gassen gezogen sind.
Beim Fasnetumzug 1859 wirkte eine Blaskapelle auf einem Wagen mit. Der Dirigent Carl Meßmer dabei auf einem "Scheinpferd".
Bei der "Faschingsberatung" (Generalversammlung) der Gesellschaft Frohsinn wirkte eine Blechmusik mit.
Am 11. Mai 1860 war der Gründungstag der "Pompier - Musik". Der Kommandant der Feuerwehr, FF - Hofzahlmeister Lamey hatte die Wehr zu einer Versammlung in den Rathaussaal einberufen um über die Gründung einer Feuerwehrmusik zu sprechen.
Mit großer Mehrheit wurde dem Vorhaben zugestimmt. Die Feuerwehrmänner stifteten einen Betrag von 64 Gulden und 32 Kreuzer zur Anschaffung von Instrumenten. Die 9-stimmige Blechmusik stand unter der Leitung des vorher schon erwähnten Carl Meßmer. Zum Obmann (Vorsitzender) wurde der Hofmusikus Phillip Pfähler gewählt.

Aus der Bürgerwehrmusik wurde eine Feuerwehrmusik.

1862 wurde die Pompier - Musik zum Ehrenmitglied der Narrenzunft Frohsinn ernannt.

Die Stadtmusik 1881 in der Uniform der Fürstenberg - Grenadiere
1868 kam es zu Auflösungserscheinungen mit Übertritten zur "Freiwilligen Musikgesellschaft Donaueschingen". Unter Vermittlung des Gemeinderates wurde die Freiwillige Musikgesellschaft unter der Leitung ihres Dirigenten Venis beauftragt, auch für die Feuerwehr zu spielen. Bei diesen Auftritten wurde dann Feuerwehruniform getragen.
Im Jahre 1881 trat die Stadtmusik mit 17 Mann zusammen mit der Narrenzunft Frohsinn beim Einzugsfest des jungvermählten Erbprinzenpaares Karl Egon III. zu Fürstenberg und seiner Gattin in der Uniform der Fürstenberg - Grenadiere auf. Die Gesellschaft Frohsinn ließ diese Uniformen speziell für diesen Anlass anfertigen.

1884 wurde dann aus der Freiwilligen Musikgesellschaft die "Stadt - und Feuerwehrmusik" gegründet. Die Kapelle startete mit 12 Aktiven und 8 Zöglingen. 1896 wurde zur Musikkapelle ein Spielmannszug ins Leben gerufen mit 4 Trommlern und 4 Spielleuten. Obmann des Spielmannszuges war Adolf Meder.
Die Stadt- und Feuerwehrsmusik am 2. Februar 1899 vor dem Rathaus

1899 zählte die Stadt- und Feuerwehrmusik 19 Musiker und 6 Spielleute. An der Generalversammlung der Feuerwehr am 2. Februar 1899 verzehrte die Musikkapelle 80 Glas Bier und 25 Rahmkäse. Hierfür wurde ein Betrag von 19,09 Mark ausgegeben. Von 1880 bis 1900 stand die Musik unter der Leitung von Kapellmeister Venis. Die Vergütung betrug damals 100.- Gulden und 3 Meter Brennholz im Jahr von der Stadt.